Was glaubt der Existentialismus über die menschliche Natur
Sind wir Wesen mit einer Essenz – oder Entwürfe im offenen Raum des Seins
„Der Mensch ist nichts anderes als das, was er aus sich macht.“
– Jean-Paul Sartre
„Das Wesen des Menschen ist die Fähigkeit zur Entscheidung – auch im Angesicht des Abgrunds.“
– Ersan Karavelioğlu
1.
Einleitung: Kein Bauplan, nur Freiheit
Im Gegensatz zu vielen traditionellen philosophischen Strömungen, die eine feste „menschliche Natur“ voraussetzen (z. B. als göttlich, moralisch oder biologisch determiniert), verkündet der Existentialismus einen radikalen Bruch:
Der Mensch wird nicht als etwas Fertiges geboren, sondern als ein offenes Projekt, das sich durch Entscheidungen, Handlungen und Verantwortung erst selbst erschafft.
„Die Existenz geht der Essenz voraus.“
2.
Kernüberzeugungen über die menschliche Natur
| Der Mensch hat kein „Wesen“ – er bestimmt sich selbst durch Handlungen | |
| Jeder Mensch ist zur Freiheit verurteilt – er muss wählen, sogar das Nichtwählen ist Wahl | |
| Der Mensch ist ein unvollendeter Entwurf, der sich im Laufe des Lebens formt | |
| Es gibt keinen objektiven Sinn, daher liegt es am Individuum, eigenen Sinn zu schaffen | |
| Freiheit bringt Angst (Angst vor der Wahl), aber auch die Pflicht zur Authentizität | |
| Nur wer bewusst lebt und Verantwortung übernimmt, lebt authentisch |
Fazit: Der Mensch ist kein Produkt von Biologie, Gott oder Gesellschaft, sondern ein Wesen, das sich selbst ständig neu erschafft – oft im Schmerz, manchmal im Triumph.
3.
Widerspruch & Wunder: Der Mensch als Paradox
Der existentialistische Mensch ist…
- Frei, aber von Angst begleitet
- Allein, aber fähig zu tiefer Verbindung
- Ohne vorgegebenen Sinn, aber in der Lage, Sinn zu erschaffen
- Teil einer absurden Welt, aber mit poetischer Tiefe ausgestattet
Der Mensch ist nicht einfach ein Tier mit Verstand, sondern ein Wesen zwischen Nichts und Möglichkeit.
Ist das nicht der wahre Kern der menschlichen Natur – dass sie keinen festen Kern hat
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Schluss: Die Natur des Menschen ist ihre Unnatur
️
Der Existentialismus lehrt uns, dass es keine Bedienungsanleitung für das Menschsein gibt.
Wir sind geworfen – in eine Welt ohne Erklärung.
Aber gerade darin liegt unsere Größe:
Wir sind – und was wir werden, liegt in unseren Händen.
„Menschsein bedeutet, ein Fragezeichen zu verkörpern – und selbst zu entscheiden, welche Antwort man sein will.“
– Ersan Karavelioğlu
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